Die Gesamtgemeinde Großenkneten
und ihre geschichtliche Entwicklung


Überblick:
Großenkneten liegt mitten im Naturpark und Erholungsgebiet „Wildeshauser Geest“ und ist seit 1933 Sitz der Gemeindeverwaltung, wobei die Gesamtgemeinde aus 26 Bauerschaften besteht. Vor 1933 gab es die beiden separaten Gemeinden Großenkneten (1855 gegründet) und Huntlosen (1831 gegründet).

In der Liste unten sind nur 19 Ortsteile (statt 26) aufgeführt, weil Ahlhorn aus 6 Bauernschaften und Großenkneten und Huntlosen aus je 2 Bauernschaften bestehen

Die offiziellen Ortsteile von Großenkneten mit Einwohnerzahlen (Stand April 2007)
 

Ortsteil

Einw.

Ortsteil

Einw.

Ahlhorn

5779

Hespenbusch / Pallast

80

Amelhausen

112

Hosüne

594

Bakenhus

35

Huntlosen

1790

Bissel

305

Husum

55

Döhlen

460

Sage

618

Großenkneten

2609

Sage-Haast

297

Hagel

31

Sannum

229

Halenhorst

233

Steinloge

149

Haschenbrok

82

Westrittrum

106

Hengstlage

150

GK-gesamt

13714

Am 31.3.2010 hatte die Gesamtgemeinde 13749 Einwohner, am 30.6.10 waren es 15014. Diese hohe Zahl resultiert aus zahlreichen ausländischen Erntehelfern, die im Sommer für mehrere Monate in den ehemaligen Soldatenunterkünften des Ahlhorner Fliegerhorstes wohnen und in der Einwohnerstatistik erscheinen.

Die Gesamtgemeinde ist eine der weitläufigsten in Niedersachsen und erstreckt sich über 176 km2, wovon 107 km2 landwirtschaftlich und 40 km² als Waldflächen genutzt werden. Noch im vorigen Jahrhundert wurde das sog. Geestland als eher arm und unfruchtbar eingestuft. Das änderte sich mit Erfindung des Kunstdüngers, und heute ist die Gegend geprägt von stattlichen Bauerhöfen.

Internetauftritt:
Vor einiger Zeit wurde der Internetauftritt der Gemeinde neu gestaltet, wobei insbesondere die "Tour" (Schon mal Urlaub gemacht, wo sich die Menschen in Steine verwandeln?) wegen ihrer netten Texte sehr gut gelungen ist (Menuepunkt Touristik-Rundgang).

geschichtlicher Rückblick:
Wo nach der Eiszeit lehmige Böden zurückblieben, bildeten sich die sog. Esche (Esch ist ein sehr altes gotisches Wort für Ackerland), die die Grundlage für die späteren fruchtbaren Böden waren. An diesen Eschen entstanden sehr früh die sog. "Eschdörfer" Ahlhorn, Bakenhus, Heinefelde, Sage, Großenkneten, Döhlen, Amelhausen, Huntlosen, Westrittrum, Husum und Sannum, die bis zum 800 Jahrhundert relativ unverändert blieben. Dann kam das Düngen mit den sog. Heideplaggen auf, und im eschnahen Bereich konnte weiteres Land nutzbar gemacht werden, die sog. Kämpe mit sog. einstelligen Bauernhöfen, aus denen sich bis heute weitere kleine kleine Kampdörfer bzw. Bauernschaften entwickelt haben, wie z.B. Hellbusch, Hagel, Haast, Hengstlage und Hosüne.
Bezeichnungen wie Hollen, Selgenkuhlen, Greve, Brake, Moorbeck in Großenkneten sind ursprünglich einstellige Höfe bzw. Güter; sie sind oben in den größeren Ortsteilen enthalten. Das gilt auch für z.B. Fahrenkamp und Lemsen in Ahlhorn, sog Brinksitzersiedlungen aus der Zeit vor 1840, die inzwischen in die Ortschaft eingewachsen sind.

1833 war der Anteil des Ackerlandes am bäuerlichen Besitz gerade einmal 10 %, und Ende des 18. Jahrhunderts waren im Gemeindegebiet immer noch fast 2/3 der Fläche sog. Ödland, so dass die Oldenburgische Regierung dessen Kolonisation vorantrieb, meist gegen den Widerstand der alteingesessenen Esch- und Kampbauern. Denn die nicht für Ackerbau genutzten Wald- und Heideflächen wurden als Viehweide, zur Plaggengewinnung etc. genutzt. So entstanden die sog. Kolonien oder Kolonate wie Halenhorst (1846), Steinloge (1852), Pallast (1853), Hespenbusch (1908), Lethe, Haschenbrok, Kolonie Huntlosen, Kolonie Ahlhorn (alle 1911) und Neulethe (1935)

Im Mittelalter wurde hauptsächlich Roggen angebaut ("ewiger Roggenanbau") und auch 1833 wurden die Äcker zu 60 % für Roggen und 25 % für Hafer und Buchweizen genutzt. Kartoffeln wurden erst seit 1774 angebaut und spielten bis vor kurzem nur eine untergeordnete Rolle,

Die Geschichte der einzelnen Bauernschaften ist auf den jeweiligen Seiten wiedergegeben.

Naturschutzgebiete:
Zu Großenkneten gehören heute zahlreiche Naturschutzgebiete, dies sind z.B.
1. Bäken der Endeler und Holzhauser Heide, seit 25.5.1988, 500 ha, naturnahe Wasserläufe und Talräume der Endeler Bäke, Engelmannsbäke,  Twillbäke, Schaarenbäke und Aue
2. Gräberfeld Hageler Höhe, seit 30.6.1941, 4,7 ha, fünf Grabhügel auf einer leicht ansteigenden Höhe bei Hagel
3. Gräberfeld Hespenbusch, seit 18.6.1941, 2,46 ha, 52 bronzezeitliche Grabügel in einem Heidegebiet
4. Huntloser Moor, seit 30.4.1942, 31,4 ha, Quellmoor/Versumpfungsmoor
5. kleiner Sand bei Bissel, seit 18.9.1984, 19 ha, Reste der ehemaligen Wehsande, die früher große Teile des Gemeindegebietes bedeckten
6. Sager Meer, seit 16.10.1939, 76 ha, Nordwestdeutschlands tiefste Seen, Betreten nur mit Genehmigung der Oberen Naturschutzbehörde
Darüber hinaus stehen natürlich alle Großstein- und Hügelgräber unter Denkmalschutz.

Boßeln:
Unbedingt erwähnt werden muss eine Großveranstaltung die seit 22 Jahren jeden Winter in der Großgemeinde unter Beteiligung aller Vereine stattfindet - das Boßeln.

Wirtshausrallye:
Seit einigen Jahren findet auch an jedem dritten Sonnntag im August die sog. Wirtshausrallye statt, bei dem man - am besten auf dem Fahrrad - Großenkneten einmal umrundet. Die nächste Rallye findet am 19.8.07 statt -
Wirtshausrallye.


Copyright: B. Rothmann V 1, zuletzt geändert am  30.12.10